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Die Perdix-Liebe Exposé

 

 

Die Perdix-Liebe ist die tragische Geschichte von Andreas Rimbach, dem pädophil begehrenden Sohn des einflussreichsten Industriellen einer deutschen Stadt. Nachdem Andreas die beruflichen und sozialen Wünsche seines Vaters nicht zu erfüllen in der Lage war, und wegen eines voyeuristischen Vergehens kurzzeitig inhaftiert wurde, lebt er nun in einer Wohnung in einem Haus des Vaters und arbeitet dort als Hausmeister für die wohlhabenden Besitzer der anderen Eigentumswohnungen. Andreas ganze Liebe und Sorgfalt gilt seinem Motorrad, einer alten von Andreas mit viel Geschick restaurierten Harley Davidson. Sein einsames und unauffälliges Leben ändert sich grundsätzlich, als Miriam Seiler mit ihren Eltern in das Haus zieht.

Miriam ist ein etwas frühreifes circa 12- bis 14-jähriges Mädchen, das sehr unter ihrer Isolation durch den Umzug und den Beruf ihres Stiefvaters leidet. Der Stiefvater von Miriam, Heinz Seiler, ist nämlich der neue Direktor des Nobelinternates in der Stadt, das im wesentlichen vom Vater Andreas' Adolf Rimbach getragen wird. Adolf Rimbach und Heinz Seiler sind sich einig im Ziel, das Internat zu einer Kaderschmiede für erfolgreiche Unternehmer und Manager zu machen. Miriams Mutter übernimmt in dem Internat die Aufgabe der Hausdame. Als Tochter der beiden faktischen Leiter der Schule ist es für Miriam selbstverständlich schwer, unvoreingenommene Freunde in der Schülerschaft zu finden, zumal der Stiefvater ein eifersüchtiges Auge auf Annäherungen hat. Auch ihre große Leidenschaft, das Westernreiten, kann sie in der Enge der Stadt nicht mehr ausüben.

Bei einem "unfreiwilligen" gemeinsamen Saunagang lernt Miriam den schüchternen Andreas kennen, begreift sehr schnell seine Neigung und geht dennoch ohne Angst auf den sozial gestörten jungen Mann zu. Durch ihre Kenntnisse über Motorräder findet das Mädchen Zugang zu dem ansonsten stets stummen Andreas, der normalerweise gerade vor den Objekten seiner heimlichen Begierde größte Angst hat. Miriam erkennt die Ängste, schließt daraus, dass der junge Rimbach harmlos sei und ihr nie etwas tun würde und lockt ihn so immer mehr aus seiner Isolierung heraus. Die beiden freunden sich - da Heinz Seiler von der Vorstrafe Andreas' weiß - in aller Heimlichkeit an und verbringen einige Zeit miteinander, machen jeweils die Einsamkeit des anderen erträglicher. Miriam scheint durch ihre Offenheit einigen therapeutischen Effekt auf Andreas zu haben.

Derweil geht die Arbeit im Internat für Miriams Eltern weiter und es zeigt sich, dass die bisher rein akademische Arbeit des Pädagogen Heinz Seiler nicht so einfach in die Praxis umzusetzen ist. Dieser Zustand ist für den ehrgeizigen Mann um so schlimmer, als seine Frau Eva mit ihrer undogmatischen, freundlichen Art großen Erfolg in ihrer neuen Aufgabe verbuchen kann. Den Druck dieser unangenehmen Lage gibt der Mann weiter an die Familie und als er von der heimlichen Freundschaft zwischen Miriam und Andreas erfährt, hat er ein weiteres willkommenes Ventil für seinen Frustabbau gefunden. Nach solch einer Eskalation flüchtet sich Miriam zu Andreas und die beiden verbringen einen wunderschönen Tag miteinander, sie kommen sich so nah wie nie vorher. Miriam empfindet die scheue Begierde des jungen Mannes sehr viel weniger bedrohlich als die onkelhafte geile Betatscherei des Vaters Adolf Rimbach, der schamlos seinen scheinbar harmlosen Anzüglichkeiten nachgeht. Als Miriam sich wieder verabschiedet, lässt sie einen verwirrten Andreas Rimbach zurück, der lernen muss, mit offenen Gefühlen klarzukommen. In ihrer Wohnung kommt Miriam nicht an, sie wird entführt.

In einem Kellerraum des Hauses wird sie festgehalten und von einer nicht zu identifizierenden verkleideten Person, die einen Sprachverzerrer nutzt, mehrfach vor laufenden Videokameras missbraucht. Die eingeschaltete Polizei wird von Heinz Seiler bald auf die Spur von Andreas Rimbach geführt, der schließlich durch die Heimlichkeit der Beziehung zu Miriam und die offensichtlichen Beweise ihrer Anwesenheit in seiner Wohnung schnell als der Täter feststeht. Als dann auch noch Miriam in einem der Wirtschaftsräume des Hauses gefunden wird und ein Video des Verbrechens in Andreas Wohnung auftaucht, scheint der Fall gänzlich abgeschlossen. Miriam ist durch den Schock des Geschehenen paralysiert und muss in der Wohnung gepflegt werden. Sie spricht kein Wort und reagiert nur mechanisch auf Reize.

Derweil erlebt Andreas Rimbach in der Untersuchungshaft die Hölle. Sein Vater wendet sich vollends von seinem Sohn ab. Nach einer brutalen Vergewaltigung durch zwei Mitinsassen und der nur halbherzigen Hilfeleistung der Bediensteten, verstirbt er im Anstaltskrankenhaus. Ein, wie sich später endgültig herausstellt, völlig harmloser armer Pädophiler ist Opfer der Hysterie und der Dummheit des Mobs geworden. Mit dem Tod des "Perversen" scheint für alle "Normalen" die Welt wieder in Ordnung zu sein.

Als kurz nach dem Tode von Andreas Rimbach in Miriams Krankenzimmer, wo sie gerade auf dem Wege der Besserung ist, der vermummte Täter mit der verzerrten Stimme wieder auftaucht, ist klar, dass der junge Rimbach Opfer der mangelnden Differenzierung von sexuell motivierten Straftaten geworden ist. Durch einen Zufall wird der Täter von einer Pflegerin Miriams überrascht, der sich als Heinz Seiler zu erkennen gibt und das Ganze als ein Missverständnis erklären will. Zur gleichen Zeit jedoch finden ein liberaler Lehrer im Internat und ein Schüler, der unsterblich in Miriam verliebt ist, eine Kopie des Videos über Miriams Folterungen in Seilers Büro. Sie eilen zu Miriam und können den nun überführten Stiefvater, der in der Maske des Biedermannes die Videos gewinnbringend verkaufen wollte, überwältigen.

Am Ende ist Seiler überführt, was Andreas nichts mehr nutzt. Miriam sucht in dem Schüler einen Ersatzpartner für Andreas, überredet Adolf Rimbach ihnen das Motorrad von Andreas zu überlassen und fährt mit Frank Bartnik ins Ungewisse.

Ursula Heger & Dieter Matten
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