Geboren am 2. Juni Exposé |
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HaPe Wanta, ehemaliger RAF-Aktivist, hofft nach mehr als 20 Jahren Flucht vor der Zielfahndung des BKA auf ein baldiges Ende der Verfolgung. Er sehnt sich nach einem normalen Familienleben mit seiner großen Liebe Lena und der gemeinsamen Tochter Vannessa. Als seine "kalte" Akte in die Hände des jungen Beamten Jan Phillipp gerät, kommen die Fahnder dem "Fluchtprofi" gefährlich nahe. Am Ende muss er sich entscheiden zwischen seiner Freiheit und dem Glück seiner Tochter. "Geboren am 2. Juni" ist ein Krimi, ein Road-Movie und die Geschichte einer Liebe gegen alle Widerstände. Wegen der Thematik "Rote Armee Fraktion" sind alle Menschen berührt, die diese bewegte und polarisierende Zeit bewusst miterlebt haben. Darüber hinaus repräsentiert die Identifikationsfigur Jan Phillipp all die jungen Menschen, für die jene Geschehnisse der 70-er Jahre eine spannende aber bereits historische Dimension haben. HaPe Wanta, genannt Wanni die Wumme, liegt am Strand von Rio de Janeiro und liest seine Pflichtlektüre: eine Zeitschrift des BKA, mit der er sich für seine nun schon Jahrzehnte dauernde Flucht vor deutschen Zielfahndern informiert. Als er liest, dass einer der beiden Kriminalisten, die ihn seit vielen Jahren verfolgen, in Pension gegangen ist, glaubt er, dass seine Odyssee bald zu Ende sein wird. Nun ist nur noch Karl Carnein hinter ihm her, so dass er hoffen kann, bald mit seiner Familie (Lena und Vannessa) vereint sein zu dürfen. In Rückblenden erinnert er sich an sein Leben als Geächteter, an seine Banküberfälle für die RAF, bei denen er als erster monströse Waffen (Pumpgun) eingesetzt hat, um nie in die Verlegenheit zu kommen, schießen zu müssen. Er erinnert sich an seine Zeit im Waisenhaus, wo nur die autonom orientierten sogenannten "Sympathisanten" ihm so etwas wie Verständnis entgegen gebracht haben. Sein theoretisches Interesse ließ ihn aber auch in dieser Gruppe Außenseiter bleiben und die Eskalation der Situation mit dem Anschlag von Stockholm brachten ihn dazu, sich von der Szene zu trennen. In einem letzten Banküberfall, der fast in einem Gewaltakt geendet hätte, verschafft er sich die finanziellen Mittel, um fliehen zu können. Er denkt heute darüber nach, was für ein Glück er hatte, dass er - für die damalige Zeit zumal für "Linke" untypisch - die Beute in Aktien angelegt hat und damit bis heute ohne finanzielle Sorgen leben kann. Nach seiner Flucht nach Südamerika - bewusst nicht in ein Land mit Guerillatradition - glaubte er entkommen zu sein und findet ein großes Liebesglück mit Lena, die ihm auch eine Tochter schenkt. In dem kleinen Dorf in einem Land mit diktatorischer Tradition ist er wegen der Skepsis der Menschen gegenüber staatlichen Organen vor Verfolgung sicher bis ihm die Fahnder zum ersten Mal auf die Spur kommen und er fliehen muss, seine schwangere Freundin zurücklassend. Zur gleichen Zeit, in der HaPe seinen Erinnerungen nachhängt, wird der Alltag der beiden Frauen in seinem Leben gezeigt. Lena und Vannessa sind nicht nur Mutter und Tochter sondern echte Freundinnen, die sehr liebevoll miteinander umgehen. Lena versucht ihrer Tochter ein positives Bild des Vaters zu erhalten, was nicht so einfach ist, da sie schon zu oft gehört hat, dass er bald immer für sie da sein wird. In Deutschland wird derweil im BKA der alte Partner von Carnein verabschiedet und ein neuer Mitarbeiter begrüßt. Jan Phillipp, 1971 geboren, wird in der Truppe nicht sehr freundlich aufgenommen und zeigt seinerseits wenig Verständnis für den offensichtlichen Hass der alten Herren auf die RAF-Leute. Die Bewertung der RAF als viel schlimmere Kriminelle als der widerlichste Gewaltverbrecher wird von ihm als übertrieben empfunden. Dennoch stört es ihn auch nicht sonderlich, da diese Zeit für ihn lediglich Geschichte ist, spannend aber weit weg. Als Carnein ihm die Akte Wantas als erste "Fingerübung" zuschiebt, begreift er natürlich gleich, dass er von der "wirklichen" Arbeit abgehalten werden soll und mit einem kalten Fall ruhig gestellt wird. Durch sein Studium der Akten - zum ersten Mal in dieser Abteilung unter intensiver Einbeziehung des Computers - erfahren wir von der wechselvollen Jagd auf HaPe. 8 erfolglose Zugriffe, die zu Beginn einfach im Glück für Wanni begründet sind, aber später auf seine Intelligenz und Flexibilität zurückzuführen sind, wecken Jans Ehrgeiz. Die immer wieder aufgefundenen Zettel von HaPe Wanta, in denen er um ein Ende der Verfolgung bittet, seine Motive erklärt und auf Fairness hofft, faszinieren den jungen Mann auf der anderen Seite in ihrer menschlichen Nachvollziehbarkeit. Dennoch macht er sich professionell an seine Arbeit, auch wenn ihm wenig Aussicht auf Erfolg gegeben wird. Jan Phillipp macht sich an die Auswertung aller verfügbaren Daten mit modernsten elektronischen Hilfsmitteln. Er entdeckt eine auffällige Korrelation, die eigentlich gar keine ist: HaPe flieht gewollt zufällig durch Südamerika ohne System und Ordnung, lediglich nach Paraguay führt so gut wie keine Spur! Jan schließt daraus, dass dieses Land bewusst vorsichtig aufgesucht wird und daher von besonderem Interesse für Wanni ist. Die wenigen Hinweise aus diesem Land aus 20 Jahren sind alle im Mai oder Juni (Geburtstag Vannessa) gefunden worden, was seine Hoffnung verdichtet. Er bittet seinen Vorgesetzten um Verstärkung der Bemühungen. Dieser sieht eine Situation vor sich, in der er nur gewinnen kann und lässt den jungen Mann gewähren, ohne ihn wirklich zu unterstützen. Wenn Jan Erfolg hätte, wäre dies eine Genugtuung für Carnein, dass Wanta geschnappt wurde und wenn nicht, könnte er sich an der Niederlage des in seinen Augen arroganten jungen Schnösels erfreuen. Zur gleichen Zeit, in der der junge Mann ihm gefährlich nahe zu kommen droht, beginnt HaPe sich mit dem Ende seiner Flucht zu befassen, nicht ohne Angst vor einer Annäherung an seine Tochter, die er so wenig kennt. Die Hoffnung auf eine faire Behandlung in Deutschland hat er längst begraben. Jan verstärkt indessen seine Bemühungen in dem Fall, in den er sich immer stärker verbeißt. Er opfert sogar seinen Jahresurlaub, um halboffiziell seine Recherchen vor Ort weiterzuführen. In Paraguay angekommen sucht er - da der spanischen Sprache nicht mächtig - nach einem Dolmetscher und gerät an Vannessa, die selbstverständlich keine Ahnung hat, dass Jan hinter ihrem Vater her ist. Carnein nutzt diesen Alleingang und erhöht den Druck auf den jungen Kriminalbeamten; er macht ihm klar, dass seine Zukunft von dem Ausgang dieser Aktion abhängt. HaPe reist unerkannt nach Paraguay, zeigt sich aber noch nicht seiner Familie, da er erst sondieren will, ob wirklich keine Gefahr mehr besteht. So sieht er aus der Ferne, wie Vannessa und Jan sich ineinander verlieben, was ihn zunächst für seine Tochter freut, aber in seinem inzwischen erworbenen Misstrauen bleibt er vorsichtig. Er beschließt heimlich zu beobachten, ob der junge Mann aus Deutschland es ernst mit seiner Tochter meint. In dieser Phase beginnt HaPe zu glauben, dass Jan ein Zielfahnder ist, der ihm auf den Fersen ist. Auch Lena befürchtet so etwas, wovon Vannessa aber nichts wissen will. Gleichzeitig gewinnt Wanta aber auch den Eindruck, dass die Liebe der beiden jungen Menschen ebenso groß ist wie die seine zu Lena, was ihn in ein Dilemma bringt: wenn er den Erfolg Jans verhindert, verhindert er wahrscheinlich auch das Glück seiner Tochter. Vor dieser Entscheidung stehend, wählt er den Weg gegen sein eigenes Glück, um für seine Tochter nicht das gleiche Schicksal wie für Lena verschulden zu müssen. So sorgt er dafür, dass Jan ihm auf die Spur kommt und ihn verhaften kann. Erst als eine Verhaftung immer wahrscheinlicher wird, erkennt Jan endgültig, dass Vannessa HaPes Tochter ist. Verzweifelt, aber sich keiner Schuld bewusst, entschließt er sich, seinen Beruf ernst zu nehmen und macht sich an den Zugriff. HaPe macht ihm bei der Verhaftung klar, dass er leicht hätte entkommen könnte und bittet Jan um das Glück seiner Tochter. Vannessa reagiert entsetzt auf das Geschehen, glaubt sie sich doch benutzt von Jan, nur um des Fahndungserfolges willen. Völlig verzweifelt scheint sie auf ein noch schrecklicheres Schicksal als ihre Mutter zuzusteuern, da diese sich immerhin der Liebe HaPes stets sicher war. Lena und Vannessa beschließen zum Prozess nach Deutschland zu fahren, um wenigstens jetzt dem Geliebten und Vater nah zu sein. Im Gefängnis lernt Vannessa ihren Vater zum ersten Mal im Gespräch kennen und ist von seiner Menschlichkeit und Tiefe beeindruckt; sein Verständnis für Jan will sie aber nicht teilen. Auch Jan lernt den fluchtmüden HaPe schätzen und vertraut sich ihm vollends an, wobei er ihm jede Unterstützung im Prozess zusagt. Wider Erwarten findet HaPe - auch wegen der beeindruckenden Ausführungen von Jan - vor Gericht einen fairen Richter und gegen den Widerstand von Klaus Carnein wird festgestellt, dass HaPe nie an einem Mord beteiligt war und daher seine Straftaten verjährt sind. In einem umfassenden Happyend - die Daimler-Aktien stehen inzwischen bei 65 Euro, die Familie ist reich! - ziehen sich zwei verliebte Paare in ein Dorf in Paraguay zurück und leben glücklich bis an ihr Ende! Ursula Heger & Dieter Matten
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